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#1 Bienenkonferenz über behandlungsfreie Bienenhaltung in Österreich von SiWolKe 09.04.2018 23:08

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https://at.eventbu.com/neusiedl-am-see/b...haltung/8793641

Die Bienenkonferenz war das absolute Highlight in meiner bisherigen Imkerkarriere und ich werde hier davon berichten.
Sie erwies sich als voller Erfolg und nun gehen wir optimistisch, mit vielen neuen Kontakten und prominenten Unterstützern in die Zukunft!

John Kefuss, Erik Österlund, Juhani Lunden haben sich mir und meinem Freund Bartek aus Polen zum Interview gestellt außerhalb ihrer Vorträge.

Auch haben wir ein Interview mit unserem lieben Norbert Dorn geführt, hier nochmals ein herzliches Dankeschön an dich und Gabi für die wunderbare und erfolgreiche Arbeit, die Weichen für die Zukunft gestellt hat.

Von wissenschaftlicher Arbeit über Lebenserfahrungen, über Projekte, esoterische Ansätze bis hin zur besseren naturgemäßen Gestaltung der Beuten und die Ansiedlungsmöglichkeiten des Bücherskorpions war alles vorhanden.
An den beiden Abenden wurde in der Hotelbar mit den Referenten auf freundschaftlichste Weise diskutiert und sich auch privat ausgetauscht.

Bartek und ich drehten Filme von den Vorträgen, soweit erlaubt und filmten die Interviews, nach der Freigabe stelle ich sie als links ein ( ich versuche sie mit deutschen Untertiteln zu versehen).

BC 2 2018 Neusiedl .jpg - Bild entfernt (keine Rechte) BC 2018 3 Neusiedl.jpg - Bild entfernt (keine Rechte) BC 2018 Neusiedl.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

#2 RE: Bienenkonferenz über behandlungsfreie Bienenhaltung in Österreich von SiWolKe 09.04.2018 23:15

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Vortragende:
🐝 Heidi Herrmann, England
Vortragsthema: „Honigbiene: Der Bien - In Memoriam“

🐝John Kefuss, Frankreich
Vortragsthema: „Selection for Varroa Black Holes“

🐝 Juhani Lunden, Finnland
Vortragsthema: “Best bees without treatment“

🐝 Erik Österlund, Schweden
Vortragsthema: "Erik's journey to treatment free beekeeping"

🐝 Jürgen Küppers, Deutschland
Vortragsthema: “Imkerei heute und Zukunftsaussichten“

🐝 Andre Wermelinger, Schweiz
Vortragsthema: „Honigbiene: Intensivste Nutztierhaltung“

🐝 Antonio Gurliaccio und Moses M. Mrohs, Deutschland
Vortragsthema: „Wir stellen die Klotzbeute auf den Kopf“ Wir verbessern/revolutionieren die Klotzbeute „Zeidler Art“ nach wissenschaftlichen Kriterien, damit sie die Funktionalität einer „echten/natürlichen“ Baumhöhle erreicht.

Leider nicht teilgenommen!

🐝 Torben Schiffer, Deutschland
Vortragsthema: "Das Ökosystem im Bienenstock; warum moderne Beutensysteme die Honigbiene krank machen und ihre Überlebenswahrscheinlichkeit minimieren"

🐝 Markus Bärmann, Deutschland
Vortragsthema: "Bienenwachs von der Wiege bis zur Bahre. Die Bedeutung des Bienenwachs in einer erfolgreichen behandlungsfreien Imkerei"

Leider nicht teilgenommen!

🐝 Piotr Pilasiewicz, Polen
Vortragsthema: "Protection of local bee species in Poland"

🐝 Wolfgang Wimmer, Österreich
Vortragsthema: "Hyperthermie: Gesamtjahresplan für gesunde Bienen mit Varroa Controller und Duplex-Wabentasche"

Zusätzlich im Programm:

Bartek Pan Truten Polen
"Fort Knox Project"

Ralf Rößner
"Erdbeuten"

#3 RE: Bienenkonferenz über behandlungsfreie Bienenhaltung in Österreich von Norbert 11.04.2018 00:03

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Danke Sibylle für Deine tolle Mitarbeit an der Bienenkonferenz.

Wir arbeiten am Abschlussbericht und werden ihn Dir in wenigen Tagen zusenden.

Die Bienenkonferenz (Teilnehmer und Vortragende) war erfolgreich.
Danke der Bienenkonferenz!

#4 RE: Bienenkonferenz über behandlungsfreie Bienenhaltung in Österreich von SiWolKe 11.04.2018 09:34

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Ein paar Fotos ( Urheberrecht beachten, keine Kopie erlaubt ):

K1.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

John Kefuss mit mir

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Interview mit Erik Österlund, Bartek spricht sehr gut englisch und stellt die Fragen, ich filme

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Erik und ich in der Hotelbar

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Bartek Maleta und ich

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Juhani Lunden, Jürgen Küppers und Jörg Ruther ( Übersetzer) in der Hotelbar

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Norbert, Andre Wermelinger in der Bar

K7.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Piotr Pilasiewicz beim Vortrag

#5 RE: Bienenkonferenz über behandlungsfreie Bienenhaltung in Österreich von Skarabee 11.04.2018 11:29

liebe Sibylle, da bin ich schon looking forward auf deine berichte und die interviews.

viele grüße
sabine

#6 RE: Bienenkonferenz über behandlungsfreie Bienenhaltung in Österreich von SiWolKe 11.04.2018 19:41

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Hab ganz vergessen daß wir auch mit Kefuss ein Interview hatten, eine ganze Stunde!

Und in der V.I.P. lounge hat er mit uns lang diskutiert und Bartek hat sein Milben-Monitoring PC Programm laden dürfen, ich kriege es dann auch.

#7 RE: Bienenkonferenz über behandlungsfreie Bienenhaltung in Österreich von SiWolKe 16.04.2018 16:44

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Abschlussbericht:
Danke liebe Gabi!

[[File:Abschlussbericht Bienenkonferenz 2018 Österreich.pdf]]

#8 RE: Bienenkonferenz über behandlungsfreie Bienenhaltung in Österreich von SiWolKe 18.04.2018 21:16

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Ergänzungen in meinen eigenen Worten:



Dr. John Kefuss


Zuerst machte uns John Kefuss den Unterschied zwischen Resistenz und Toleranz klar.
Resistenz ist die Fähigkeit, den Parasitenbefall zu verringern, Toleranz die Fähigkeit, die Folgen des Befalls zu ertragen.

Er wies darauf hin, daß es den „Manana“ Effekt der Imker gibt: tue nicht heute, was du morgen noch tun kannst, somit keine Veränderung im Denken.

Die Auslese nach „hygienischem Verhalten“ beendete das Varroaproblem in zwei Jahren.

Über den Bond test, Accelerated Bond test und Soft Bond test weiß derweil ja jeder Bescheid, oder?

Das hygienische Verhalten habe sehr gut gegen EFB gewirkt, sei beim Varroaproblem aber nur einer der Faktoren.

Größtes Problem beim „bond test“ sei die Angst, alles zu verlieren, deshalb sei der „soft bond test“ mit Berechnung der Schadschwelle für die meisten Imker besser geeignet.

Dennoch müssen am Ende immer wieder Milben vorhanden sein, da sich sonst die Resistenz wieder verliert.

Bei ihm stehen die Beuten für das Milbenmonitoring ca. 2 m auseinander.

#9 RE: Bienenkonferenz über behandlungsfreie Bienenhaltung in Österreich von SiWolKe 18.04.2018 21:18

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Ergänzung in meinen eigenen Worten:


Juhani Lunden

Sein Grund für das Beenden der Behandlungen war die viele Arbeit damit.
Deshalb liess er 70 Ablegerkästen unbehandelt und züchtete aus ihnen weiter.

Durch die verschieden starken Völker ( groß, klein, Ableger, Schwarm..) war die Varroazahl extrem unterschiedlich und es war deshalb schwierig, den Befall einzuschätzen.

Diese Einschätzung wurde zuerst mit Oxalsäure gemacht um abgefallene Milben zu zählen, ab 2008 mit Puderzuckershakes.

Seine Bienen veränderten sich, sie wurden aggressiver, weil sie besser riechen und reagieren konnten. Kleinere Völker entwickelten sich, die Brutnester wurden kleiner, das war besser denn es verringerte die Probleme mit Faulbrut, die oft auftraten.

Außerdem machte er die Erfahrung, daß Ventilation und kalte Überwinterung den Winterverbrauch sehr stark reduzierte, auf 1kg Honig pro Monat und es eine festere Wintertraube gab.

Die künstliche Befruchtung wird hauptsächlich angewandt wegen dem schlechten Wetter, das eine gute Begattung oft verhindert.
In Finnland gab es keine Honigbienen, bevor sie importiert wurden und es gibt heute sehr viel mehr Niederschlag durch Klimaveränderung.

#10 RE: Bienenkonferenz über behandlungsfreie Bienenhaltung in Österreich von SiWolKe 18.04.2018 21:19

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Ergänzung in meinen eigenen Worten:


Erik Österlund


machte die Aussage, daß ein Volk erst im zweiten Jahr mit der Zuchtkönigin zum Produktionsvolk wird und dann eingeschätzt werden kann.

Auch erklärte er dass ein Volk durch Reinfizierung mit Milben so in Stress geraten kann, dass es die Milben nicht mehr aktiv bekämpft, deshalb ist seine Strategie die des „soft bond“ tests mit einer Schadschwelle, ab die mit Thymol behandelt wird.

Die Zucht wird aus unbehandelten Völkern getätigt.

#11 RE: Bienenkonferenz über behandlungsfreie Bienenhaltung in Österreich von SiWolKe 18.04.2018 21:32

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Ergänzung in meinen eigenen Worten:

Jürgen Küppers


erklärte uns, daß sein Bienenvater als die Varroa kam,der Meinung war, die Bienen müssen sich selbst helfen und dies konsequent anwendete.
Nach vier Jahren waren immer noch Bienenvölker vorhanden.

Die meisten Imker hätten kein Gesamtkonzept und würden nur nach einzelnen Gründen für Probleme suchen.

Die industrielle Revolution hätte das Denken verändert, nämlich zur Effizienssteigerung, Arbeitsteilung, Massenproduktion, Standardisierung.
Das hätte zu den Magazinen, Wanderung und der Trennung von Brut-und Honigraum geführt ( Langstroth).

Positive Folgen seien daß Krankheiten gut erkennbar seien und Waben wiederverwendet werden könnten, aber negativ seien die zu großen Mittelwände und die Zerstörung des Brutnestes durch Zargenwechsel und Aufsetzen, da die Bienen immer zur Luft hin brüten würden.

Füttern bewirke eine bessere Überwinterung bei ungünstigen Wetterverhältnissen und dadurch würden auch Völker überleben, die eigentlich nicht überlebensfähig seien.

Durch diese Maßnahmen würde die Selektion durch den Menschen durchgeführt, nicht durch die Natur, mit dem Nebeneffekt der Rein-und Inzucht und der Einschränkung des Genoms.

#12 RE: Bienenkonferenz über behandlungsfreie Bienenhaltung in Österreich von SiWolKe 18.04.2018 21:48

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Ergänzung in meinen eigenen Worten:

Torben Schiffer


erzählte uns, daß er immer abgerissene Bienenfühler fand nach der Ameisensäurebehandlung.

Da Glyphosat am Tag verspritzt würde und in wässriger Lösung nehmen die Bienen dies als „Wasser“ auf und dann würde die Königin aus der Eiablage gehen.

Bei 10 000 Bienen und 1000 Milben müßten pro Tag 50 Milben gefressen werden, mit 25 Bücherskorpionen in der Beute ( einer frißt bis zu 9 am Tag) würde ein ausgewogenes Verhältnis entstehen.

Die Ansiedlung in den normalen Beuten klappte aber nicht, da die Skorpione wegen der Feuchtigkeit und dem Beutenklima den Winter nicht überlebten und ihre Nachkommen, die von den Mikroorganismen leben, verhungerten.

Er erzählte, daß Beutenkäfereier erst bei einer Feuchtigkeit höher als 50% schlüpfen, wie sie im Baum durch ein raffiniertes Ventilationssystem nicht vorkommt. Dort gäbe es auch keinen Schimmel auf den Waben.
Die Bienen nutzen Propolis um das Stirnholz zu isolieren, schaffen aber ein Belüftungssystem durch offene Poren.

Kondenswasser und Schimmel würden Pathogene fördern, die Bienen würden sich gesunden durch Honig, der aber geerntet wird.

Er sprach davon, daß Bienen als faul gelten, wenn sie die Honigproduktion aufgrund stärkeren hygienischen Verhaltens reduzieren oder sogar einstellen würden, dabei sei es ein Kennzeichen für Resistenz.

Er gab sehr gute praktische Tipps zur Umgestaltung einer Beute und zur Ansiedelung des Skorpions( nach neuesten Erkenntnissen).
Dieser frißt auch Wachsmotten und Beutenkäfer und war früher wegen dem Habitat in jedem Stülper vorhanden.

Jedes 4. bis 5. Volk hätte auch das Groomingverhalten, das aber meistens nach der Honigernte komplett eingestellt würde.
6 von 10 Milben gebissen und getötet bedeute Resistenz.

#13 RE: Bienenkonferenz über behandlungsfreie Bienenhaltung in Österreich von SiWolKe 18.04.2018 21:54

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Ergänzung in meinen eigenen Worten:

André Wermelinger

verglich das Klima im Brutnest mit dem Darm des Menschen mit seinen Mikroorganismen, als ein Ort des Gehirns und der Gesundheit.

Natur-und ortsangepasste Bienen würden niemals durch Zucht entstehen, so wie Varroaresistenz- und -toleranz.

Die angewandte Forschung würde nur auf Wirtschaftlichkeit forschen, Gifte in Luft und Wasser würden kaum erforscht.

#14 RE: Bienenkonferenz über behandlungsfreie Bienenhaltung in Österreich von SiWolKe 18.04.2018 22:04

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Ergänzung in meinen eigenen Worten:

Ralf Rössner


sprach von selbstgebauten Erdbeuten die nebeneinander aufgestellt wurden und in denen Naturwaben in verschiedenen Ausrichtungen gebaut wurden.
Tauschte man die Beuten aus, änderten die Bienen die Waben zu der Ausrichtung, die vorher auf diesem Platz von dem anderen Volk gebaut wurde.
Er glaubt, die Bienen richten sich nach vertikalen Kraftfeldern der Himmel-Erde-Achse.

Auch behauptete er, die Bienen würden darin die Milben in Wachs einkapseln und töten.
Im Gegensatz zu seinen Magazinen seien die Bienen da drin resistent.

Drohnensammelplätze würde man daran erkennen daß wenn man sich auf den Rücken legt, sehr hoch oben im Himmel viele Vögel kreisen würden.

Auch glaubt er Bienen und Blüten würden eine kosmischen Austausch pflegen, die Biene gibt Gift in die Blüte um sie zur Herstellung von Nektar anzuregen.

Die anderen Referenten sind ausreichend in dem obigen Bericht von Fam. Dorn beschrieben.

#15 RE: Bienenkonferenz über behandlungsfreie Bienenhaltung in Österreich von manfred 19.04.2018 09:12

Grüß Euch,

Nur damit die Kirche im Dorf bleibt:
Obiger Abschlußbericht wurde von Jürgen Küppers verfasst.

Daß in Tschechien Imker wegen in Ihrer Standnähe gefangener Schwärme sanktioniert werden, halte ich für ein Gerücht, dessen Wahrheitsgehalt ich eruieren werde.

1000 Klotzbeuten an der tschechisch-polnischen Grenze empfinde ich auch als träumerische Tänze.

HG Manfred

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